Zu Besuch in der Seegrotte Hinterbrühl

Zu Besuch in der Seegrotte Hinterbrühl
Seegrotte Hinterbrühl Mödling

Seegrotte Hinterbrühl Mödling

Wir waren in der Seegrotte Hinterbrühl, keine 15 Minuten Autofahrt entfernt von der südlichen Wiener Stadtgrenze.

Die Seegrotte, ein ehemaliges Gipsbergwerk, das 1912 nach einer Sprengung mit mehr als 20 Millionen Liter Wasser überflutet wurde, hat mit einer Wasseroberfläche von 6.200 M2 den größten unterirdischen See Europas und gilt als eines der beeindruckendsten Naturdenkmäler. Schon 1932 wurde ein Schaubergwerk eingerichtet und die unterirdischen Stollen für Besucher zugänglich gemacht. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Seegrotte von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und als große, unterirdische Flugzeugfabrik verwendet.

Tipp am Rande: Essenspackerl samt Getränk mitnehmen, ab zur nahe gelegenen Burg Liechtenstein und die grosse Wiese samt den Kinderspielplatz genießen.

Unser Enkelkind, sieben Jahre jung, wollte zuerst nicht so recht, das Wort „Grotte“ erzeugte eine kleinen Angstschub. Nach kurzer Recherche im Internet, entschloss es sich doch, den Besuch zu wagen.

Als wir die Karten bei einem sehr freundlichen Personal kauften, erfuhren wir, dass wir bei der nächsten Führung mitgehen können. Tapfer marschierte unser Enkelkind den langen Stollen in den Berg hinein, immer zwischen Oma und Opa, hin und wieder nach der Hand greifend. Der untertage befindliche Pferdestall und die Geschichte der Pferde, die die schweren, mit Gips beladenen Wagen ziehen mussten sowie die Tatsache, dass die Pferde durch den langen Aufenthalt im Berg blind waren, führte noch am nächsten Tag zu heissen Debatten, warum das so war. Bei der Barbarakapelle wurde erstmalig die Hand losgelassen und unser Enkelkind wollte unbedingt eine Kerze anzünden.

Beim Abstieg zum großen See gab es kein Halten mehr, es wollte auf das Schiff. Die Fahrt mit dem Elektroboot, der beleuchtete See, die Spiegelungen im Wasser ließen alle Angst vergessen und war das Erlebnis schlechthin. Beim Rückweg mussten wir unseren Wildfang bremsen, zu groß war die Entdeckerlust, noch mehr Geheimnisse zu ergründen.

 

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