5 Jahre ARGE „Donau Österreich“ – Tourismusstrategien für die Zukunft

5 Jahre ARGE „Donau Österreich“ – Tourismusstrategien für die Zukunft

Mit fast 5 Millionen Einwohnern verfügen die Donau-Bundesländer über mehr als die Hälfte der Bevölkerung Österreichs. Auch die Tourismuszahlen des österreichischen Donauraumes können sich sehen lassen: Mit 15,5 Millionen Nächtigungen und rund 7,5 Millionen Ankünften (Zahlen: 2012) ist eine enorme Bedeutung für den Tourismus in Österreich gegeben. Eine hohe Wertschöpfung bringt gerade an der Donau zusätzlich der Tages- und Ausflugstourismus in Stadt und Land.

Seit August 2008 arbeiten die drei Bundesländer Wien, Niederösterreich und Oberösterreich in der „Arbeitsgemeinschaft Donau Österreich“ zusammen.
Die ARGE besteht aus den 5 Partnern Donau OÖ (WGD Tourismus GmbH),
Donau Niederösterreich Tourismus GmbH, Oberösterreich Tourismus,
Niederösterreich-Werbung und WienTourismus. Die „ARGE Donau Österreich“ beschäftigt sich mit überregional relevanten, österreichischen Donau-Themen und -Produkten und strebt eine bestmögliche Kooperation hinsichtlich Qualität, Marketing und Kommunikation an.
Zu ihren Aufgaben zählt die Positionierung der Donau mit ihrem weltweit hohen 
Bekanntheitsgrad als elementares, österreichisches Tourismus-Angebot.

Zu ihrem 5-Jahres Jubiläum lud die ARGE Donau Österreich zu einem Rückblick auf die letzten Jahre gemeinsame Arbeit sowie einen Ausblick auf die Zukunft.

Friedrich Bernhofer, Sprecher der ARGE Donau Österreich führte aus, dass in den Bereichen Positionierung der österreichischen Donau als eine der wichtigsten Tourismusdestinationen in Österreich, der Umsetzung der festgelegten Ziele im Rahmen des Markenprozesses „Donau Österreich“, die Verbindung der drei Donau-Regionen Österreich sowie das gemeinsame Qualitätsmanagement für z. B. Donauradweg, Donausteig, Welterbesteig Wachau und Bett&Bike-Betriebe des ADFC bereits erfreuliche Schritte erzielt wurden. Auch wurde gemeinsames Marketing und Kommunikation nach außen forciert und gemeinsame Marktforschung zeigt auf, welchen Stellenwert z.B. der österreichische Donauradweg hat, welche Wertschöpfung er bringt, wo sich noch Engstellen befinden und etwaige Ausbaumöglichkeiten bestehen.
Wie Petra Riffert, Geschäftsführerin der ARGE Donau Österreich, berichtete, wurden bei Radzählungen und Gästebefragungen erhoben, dass im Jahr 2012 630.000 Personen den Donauradweg nutzten. Davon fuhren 55.000 Radfahrer die Strecke Passau-Wien, 155.000 Radfahrer machten zwei bis drei Nächte Kurzurlaub. Von den 630.000 Personen sind 210.000 Radfahrer Tagestouristen und ebenso viele Alltagsradfahrer, die Spaß an Sport, Freizeit und Einkaufen haben.
Als wichtigste Motivation für die Wahl des Donauradweges wurden die beeindruckende, idyllische Landschaft, Familienfreundlichkeit und die Möglichkeit, den Radweg als Kurzurlaub in Verbindung mit einer Städtereise zu nutzen, angegeben. Das Qualität und Streckenführung überzeugen, wird mit einer Weiterempfehlungsquote von 93% bewiesen.
Allein im Jahr 2012 betrug der Gesamtumsatz der Tagesausgaben ungefähr 100,5 Millionen Euro. Damit ist der Donauradweg wirtschaftlich einer der Hauptmotoren der Region.
Während der Sommersaison von Mai bis Oktober 2011 wurden rund 18.500 Personen in ganz Österreich zu ihrem Urlaub in Österreich befragt. Auch die ARGE Donau Österreich beteiligte sich an dem Projekt. Als Hauptherkunftsländer kamen 45% der Gäste aus Österreich und 34% aus Deutschland. Das Durchschnittsalter der Besucherinnen und Besucher lag bei 49,4 Jahren. Wichtige Urlaubskriterien waren die Landschaft genauso wie Stadtbild, Radwege, Unterkünfte, Erreichbarkeit, Atmosphäre und gute Luft. Die Freizeit wurde für Radfahren, Kultur, Kulinarik, Besuch von Sehenswürdigkeiten und für Ausflugsfahrten auf dem Wasser genutzt.
Nach dem Image der Region befragt, wurde die Region Donau Niederösterreich als genussvoll, kultiviert, die Donau Oberösterreich Region als gastfreundlich und sicher eingestuft.

Wie Mag. Bernhard Schröder, Geschäftsführer der ARGE Donau Österreich ausführte, soll den Besucherinnen und Besuchern eine genussvolle Begegnung mit dem Mythos Donau vermittelt werden. So soll in Zukunft eine stärkere Internationalisierung durch die Partnerstädte Linz, Wien, Passau und Bratislava erfolgen.
Auch soll die interaktive Darstellung des Donauradweges überarbeitet und die einzelnen Etappen einheitlich dargestellt werden. Points of Interests sollen herausgearbeitet und eine englische Übersetzung erstellt werden. Gemeinsame Web-, Medien-Auftritte sowie Teilnahmen an Reisefachmessen sollen den Bekanntheitsgrad erhöhen.

Mag. Karl Pramendorfer, Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus, hob die Wichtigkeit, vor allem in der Positionierung der Donau als „gemeinsames Ganzes“ oder in der internationalen Vernetzung mit Anrainerstaaten hervor. Weiters führte er aus, dass der Donausteig mit seinen 450 Kilometer Wanderwegen zwischen Passau und Grein und seine Anknüpfung an die Welt der Donausagen eine willkommene Alternative zum Donauradweg darstellt und dieses Angebot bestens angenommen wird. So sollen auch in Zukunft beliebte Veranstaltungen dem Donauraum Erlebnischarakter verleihen und die Qualität im Vordergrund stehen.

Bei seiner Rede hob Christoph Madl, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung GmbH das Kulturerbe, die lebendige Kunstszene und die Auswahl an Wein- und Gaumenfreuden entlang der niederösterreichischen Donauregion hervor. Entlang der 286 Fluß-Kilometer, die der Strom in Niederösterreich zurücklegt, bieten sich das Weltkulturerbe Wachau, das Römerland Carnuntum-Marchfeld, das Tullner Becken, der Nibelungengau sowie die Hügeln des Wagrams zu Entdeckungsreisen zu Kultur, Natur und Genuss an. Als Alternative zum Donauradweg bietet der 180 km lange Welterbesteig die langsamste aber auch genussvollste Art die Region Donau bzw. Wachau kennenzulernen.

Der Donau und den mit ihr verbundenen Angeboten wird auch in der Wiener Tourismusstrategie Platz eingeräumt. Wie Mag. Andrea Kostner, stv. Leiterin Content-Management & Produktion WienTourismus ausführte, erhält das Kulturleben Wiens durch die Szenebetriebe entlang des Donaukanals und ganz besonders das Donauinselfest eine unverwechselbare Note. Auch sind Naherholungsgebiete in Zentrumsnähe starke Anziehungspunkte und werden von den Gästen voll angenommen. Auch das Schiff-Passagieraufkommen konnte gesteigert werden. Kamen 2003 noch 129.000 Schiff-Passagiere via Donau in Wien an, so waren es 2012 mit 362.000 beinahe drei Mal so viele.

Für die kommenden 5 Jahre haben sich die Mitglieder der ARGE Donau einiges vorgenommen. So soll die Zusammenarbeit in der neu gegründeten Kooperation der besten Weitwanderwege Österreichs sowie in der österreichweiten Kooperation der bedeutendsten Radwege verstärkt werden. Im Rahmen der Europaregion Donau-Moldau, in der traditionellen ARGE der „Straße der Kaiser und Könige“ mit dem Schwerpunkt Kultur von Regensburg bis Budapest und nicht zuletzt im Rahmen der EU-Donauraumstrategie vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer soll die Zusammenarbeit forciert werden.

http://www.austria.info/at/erlebnisregion-donau

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