Triest – Hafenstadt mit Geschichte

Triest – Hafenstadt mit Geschichte

Triest, die einstige altösterreichische Perle der Adria, liegt im äußersten nordöstlichen Winkel Italiens, an der Adriaküste, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Slowenien.

Mehr als 500 Jahre hatten hier die Habsburger das Sagen, auf deren Spuren man noch heute wandeln kann.

Bereits 1719 zum Freihafen erhoben, war für die k. & k. Monarchie Triest der wichtigste Zugang zum Meer. Hier trat einst Kaiserin Sisi ihre zahlreichen Reisen an, hier trafen sich Menschen aus aller Herren Länder.

Dass das Kaffeehaus hier Tradition hat, ist sicher kein Zufall. Immerhin wurde die Stadt dank des Hafens als Kaffee-Umschlagplatz groß, heute dominiert das Rohöl.

Italien_Triest_©V.-Holzinger

Die Blütezeit erlebte Triest im 18. und 19. Jahrhundert und war um 1900 nicht nur ein Schmelztiegel verschiedenster Nationen, sie war auch die viertgrößte Stadt der Donaumonarchie.

Mit dem Ausbau der K & K Südbahn, die Wien und Triest verband, wurde die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt noch weiter ausgebaut.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Triest zum Spielball zwischen Italien und dem späteren Jugoslawien, wurde wirtschaftlich ins Abseits gedrängt und schlitterte in die Krise.

Italien_Triest_©V.-Holzinger

Heute putzt sich die Stadt langsam wieder heraus, zeigt stolz ihr Gesicht und ist seit 1962 Hauptstadt der selbständigen Region Friaul-Julisch-Venetien.

Überragt wird Triest vom Castello di San Giusto, dem mächtigen Kastell. Der Bau der mittelalterlichen Burg dauerte immerhin fast 200 Jahre. Heute ist sie ein Wahrzeichen der Stadt und beherbergt ein Schloss- und Waffenmuseum. Von oben sieht man auf die blauen Wellen der Adria und auf die Dächer der Stadt.

Italien_Triest_©H.-Holzinger

Wenn man schon den Hügel erklommen hat, darf ein Besuch der Kathedrale San Giusto nicht fehlen, in der man ein Bodenmosaik aus dem 5. Jahrhundert findet.

Das Triest schon immer eine zentrale Rolle spielte, davon zeugt der über 7 Meter hohe Arco di Riccardo, der unter Kaiser Augustus im 1. Jahrhundert vor Christus Teil der Stadtbefestigung an der Piazetta Barbacan war.

In der Nähe des römischen Theaters liegt die Jesuitenkirche Santa Maria Maggiore, die im 17. Jahrhundert als Barockbau gestaltet wurde. Nicht übersehen sollte man die kleine Kapelle San Silvestro, die aus dem Mittelalter stammt.

Italien_Triest_©H.-Holzinger

Noch heute dominieren in der Inneren Stadt die prächtigen Bauten aus der Habsburger Zeit. Klassizismus trifft auf Jugendstil und vereint sich mit römischen und venezianischen Spuren.

Herzstück des Zentrums ist der Piazza dell’Unità dÌtalia, der von schönen Palazzi umrahmt ist und in dessen Mitte der von Giovanni Mazzoleni erbaute „Brunnen der vier Kontinente“ thront. Unweit davon steht Kaiser Karl VI. und blickt auf den einst so wichtigen Hafen.

Italien_Triest_©H.-Holzinger

Eines der bestbesuchten Opernhäuser Italiens liegt gleich ein paar Schritte weiter, am Piazza Verdi und auch die von Antonio Molari erbaute Alte Börse ist nicht weit.

Schon Maria Theresia mischte beim Stadtbild mit und ließ den Stadtteil Borgo Teresiano mit seinem Canal Grande von Österreichern entwerfen und bauen. Hier findet man auch die Kirche Sant’Antonio Nouvo und die serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridone.

Italien_Triest_©H.-Holzinger

Dass die Österreicher am Canal Grande auch noch in der Jetztzeit präsent sind, zeigte sich bei unserem Besuch. Es gab bei den entlang des Kanals aufgebauten Ständen nicht nur Leberkäs-Semmeln sondern auch Tiroler Speck und frisch gemachten Kaiserschmarren. Die Bewohner und Bewohnerinnen von Triest genossen das Angebot und griffen herzhaft zu.

Wenn dann durch das Strandeln durch die kleinen Gässchen und über die großen Plätze die Füße etwas Ruhe brauchen, dann gibt es genügend Kaffeehäuser, die, ganz nach alter Tradition, zu Kaffee und Kuchen einladen.

Italien_Triest_©V.-Holzinger

Nicht ausgegangen ist sich bei uns ein Besuch des am Rande von Triest liegenden Schlosses Miramare – aber man muss sich ja für den nächsten Aufenthalt auch noch einige Highlights aufheben.

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