E-Veloziped von BASF und Designstudio DING3000 – Vom „Knochenschüttler“ zum Hightech-Gerät

Einst galt das Fahrrad als gefährliches Trendsport-Spielzeug der Reichen und wurde sogar verboten. Mit der Industrialisierung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begann allmählich das Zeitalter der individuellen Mobilität. Nach der Präsentation des „Velozipede“ durch Pierre und Ernest Michaux bei der Pariser Weltausstellung im Jahre 1867 trat das Fahrrad seinen Siegeszug an.

Um ein besseres Übersetzungsverhältnis zu erreichen, wurde die Velozipede mit vergrößerten Vorderräder, samt Tretkurbel ausgestattet. Das Fahren mit den schwerfälligen Rädern auf den holprigen Straßen musste mühsam erlernt werden und RadfahrerInnen zogen sich bald das Image von Verkehrsrowdys zu. Als dann Ende des 19. Jahrhunderts Niederräder aufkamen, war die Entwicklung nicht mehr zu stoppen.

Heute ist das Fahrrad das meistgebaute Fahrzeug der Welt und hat mit der hölzernen Laufmaschine des Karl Drais, mit der einst die Geschichte des Fahrrades begann, fast nichts mehr gemeinsam.

Noch in unserem Jahrhundert stellen Forscher und Techniker Überlegungen an, wie das erste Pedalrad ausgesehen hätte, wenn den Fahrradpionieren von einst moderne Werkstoffe und die heutige Technik zur Verfügung gestanden wären.

BASF und das Designstudio DING3000 führten diese Gedankengänge weiter und entwickelten ein Veloziped auf dem Stand des heutigen Wissens. Basierend auf der Geometrie und Funktionsweise der ersten Pedalräder, soll auch bei diesem Unikat eine Kurbel das 39“ große Vorderrad antreiben, das zugunsten eines besseren Übersetzungsverhältnisses deutlich größer als das 24 Zoll große Hinterrad ausgefallen sein soll. Weiters soll bei dem Einzelstück auf Kette, Zahnrad und Kette verzichtet worden sein. Der fahrbereite Prototyp Concept 1865 soll durch Elektroantrieb unterstützt werden und fast vollständig aus 24 verschiedenen Werkstoffen der BASF bestehen. Diese Hochleistungskunststoffe sollen sich für fast alle Bauteile und Maschinenelemente eignen und durch ihre Materialeigenschaften wie z.B. mechanische Festigkeit, Gleitreibeverhalten, Leichtigkeit, oder Elastizität auszeichnen. BASF und das Designstudie 3000 nutzten bei Concept 1865 die volle Breite der Möglichkeiten und fertigten nur Bremse, Achsen und Motor aus Metall. So sollen z.B. herkömmliche Beleuchtungssysteme durch in die Gabeln eingelegte Lichtleitern mit versteckter LED-Einspeisung ersetzt werden, Felgen aus thermoplastischem Kunststoff gearbeitet und die Bremsscheibe aus einem carbonfaserverstärkten Plattenmaterial mit einer Ultrason-Matrix bestehen.
Das Prototyp Concept 1865 soll unter dem Motto „Rethinking Materials“ eine Einladung an Kunden sein, gemeinsam mit BASF neue Anwendungen und Produktideen auf Basis moderner Kunststoffe zu entwickeln.

www.concept1865.basf.com