Krieg war immer schon Innovationsmotor und zahlreiche Technologien und medizinische Errungenschaften gäbe es in unserem Alltag nicht, wenn diese nicht, dem Wissen der jeweiligen Zeiten entsprechend, zum Zwecke der Kriegsführung oder der Spionage erfunden worden wären.
Diesen Umstand verdankt auch das Leica Objektiv ELCAN 66 mm f/2 seine Entwicklung. Gefragt war ein unauffälliges Objektiv, das über höchste Auflösung bei gleichzeitig hoher Lichtstärke verfügen sollte.
Um den klaren Auftrag umzusetzen, entschied sich Leica für die ungewöhnliche Brennweite von 66 Millimetern, da diese den geforderten Ansprüchen am besten gerecht wurde.
Das in einer Auflage von rund 200 Exemplaren gefertigte Objektiv wurde ab Ende der 1960er Jahre als Spionageobjektiv von der US Navy und laut unbestätigten Gerüchten auch während des Kalten Krieges bei westlichen Alliierten Partnern eingesetzt.
Wie geheim und sensibel der Auftrag war beweist die Tatsache, dass laut Leica die ursprünglichen Sets mit einer Anleitung geliefert wurden, die erklärte, wie die verwendete Kamera Leica KE-7A und Objektiv im Fall eines drohenden Verlust der Ausrüstung zu zerstören waren.
Nun greift Leica die damals geforderten Details wieder auf und bringt als Neuinterpretation das Summicron-M 1:2/66 in limitierter Auflage von 660 Exemplaren auf den Markt.
So wie das historische Vorbild ist das M-Objektiv mit einem Blendenring ausgestattet, der in die entgegengesetzte Richtung dreht. Jedes Objektiv wird auch mit seiner individuellen dreistelligen Sonderseriennummer als Gravur auf dem Frontring ausgestattet, auch Materialnummer und die Kennzeichnung „60“ für die Brennweite finden sich.
Das neue, circa 60,1 mm lange, im Durchmesser circa 60 mm große und circa 456 g schwere Leica Summicron-M 1-2/66 soll sich dank seiner Ansiedlung zwischen klassischer Normal- und Porträtbrennweite besonders in der Architektur-, Landschafts- und Detailfotografie gute Dienste leisten.
Das auf 660 Exemplare limitierte Leica Summicron-M 1:2/66 soll weltweit erhältlich sein. Im November 2026, so Leica, wird bei der Leitz Photographica Auction in Wetzlar das Summicron-M 1:2/66 mit der Seriennummer 001 versteigert.
Technische Daten laut Hersteller:
Objektiv Leica Summicron-M 1:2/66
Bestellnummer: 11099
Bildwinkel (diagonal/horizontal/vertikal): Kleinbild (24 × 36 mm) 36,3°/30,5°/20,6°
Optischer Aufbau:
Zahl der Linsen/Glieder: 6/5
Lage der Eintrittspupille vor dem Bajonett: 31,40 mm
Arbeitsbereich: 1 m bis unendlich
Entfernungseinstellung:
Skala: Kombinierte Einteilung Meter (m)/Fuß (ft)
Kleinstes Objektfeld: Kleinbild: 321 × 481 mm
Größter Maßstab: 1:13,4
Blende:
Einstellung/Funktionsweise: Rastblende, in halben Stufen einstellbar
Kleinste Blende: 16
Anzahl der Blendenlamellen: 9
Bajonett: Leica M-Bajonett
Objektiverkennung: Ab Kamera-Firmware 2.6.3 manuell auswählbar in der M-Objektivliste
Filtergewinde: E49
Gegenlichtblende: Aufschraubbar
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Foto: ©Leica Camera AG
