Die Riegersburg – Zu Besuch auf der größten Burg der Steiermark

Mit ihren sieben Toren, ihren elf Basteien und ihren vier Kilometer langen Wehrmauern ist sie nicht zu übersehen. Schon von Weitem erblickt man die auf einem 100 Meter hohen Basalt-Felsmassiv in der Nähe von Feldbach in der Steiermark errichtete Riegersburg.

Die einst aus zwei Burgen bestehende Festung, die im Laufe der Jahrhunderte sukzessive erweitert wurde, wird von zwei Burggräben geschützt, diente einst als Grenzburg gegen die Gefahr aus dem Osten und konnte auch nie erobert werden.

Nach zahlreichen Besitzerwechseln übernahm die als besonders resolut geltende „Gallerin“ im 17. Jahrhundert die Herrschaft über die Burg und baute die Festung zu ihrer heutigen Gestalt aus.

Im Jahre 1672 ging nach dem Tod der „Gallerin“ der Besitz an ihre Tochter über, die mit Johann Erst Graf von Purgstall vermählt wurde. Aber bereits 1817 erlosch das Geschlecht der Grafen von Purgstall und bei der folgenden öffentlichen Versteigerung übernahm die Familie Liechtenstein die imposante Befestigungsanlage.

Die im Jahre 1945 schwer beschädigte Burg wurde Schritt für Schritt saniert, ab 1972 für die Allgemeinheit geöffnet, ist heute ein touristischer Hotspot und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Steiermark. 

Für Besucher und Besucherinnen, die gerne spazieren, gibt es einen rund 1,5 Kilometer langen Rundweg, der bis zur Feste führt.
Schneller und schweißtreibender ist der nicht barrierefrei gestaltete Aufstieg, bei dem man an der einstigen „Niederen Veste Lichtenegg“ vorbeikommt, die heute als Aussichtsplattform dient, um dann durch die Weingärten bergauf weiter bis zur Burg zu gelangen.

Wer es bequem will, nimmt den 2003 errichteten Schrägaufzug, um dann auf einem ebenen Weg zum Haupteingang zu gelangen.

Im Inneren warten dann im Burgmuseum prächtig ausgestattete Innenräume, die mit Einrichtungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert bestückt sind. Besonders sehenswert sind der um 1600 erbaute Rittersaal mit seiner traumhaften Kassettendecke, auch der mit Stuck verzierte Weiße Saal oder die mit Fresken ausgestattete spätgotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert können bestaunt werden.

Im Hexenmuseum wird die unrühmliche, blutrünstige Geschichte der „Großen Feldbacher Hexenprozesse“ aufgearbeitet, bei denen zwischen 1673 bis 1975 circa 95 männlichen und weiblichen Personen aus der Gegend um Feldbach der Prozess gemacht wurde.
Selbst die Burgpflegersgattin Katharina Paldauf blieb nicht verschont und ihrem Schicksal wird im Hexenmuseum ein eigener Schwerpunkt gewidmet.

Wieviel „Hirnschmalz“ jahrhundertelang in die Erzeugung von Waffen gesteckt wurde, kann im Waffenmuseum nachvollzogen werden, in dem Waffen vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert ausgestellt sind.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, werden die angebotene Greifvogelschau besuchen wollen und wenn wir schon bei Kindern sind, für die gibt es, damit es nicht fad wird, ein ansprechendes Programm.

Von eigenen Kinderführungen bis zur Schnitzeljagd, Begegnung mit den im Burggraben angesiedelten Tieren, einem Malwettbewerb oder einer eventuellen Begegnung mit dem Burggespenst reicht da das Angebot.

Und zum Schluss, nach all den Besichtigungen und den Reisen durch die Geschichte der Burg sollte die Gelegenheit genutzt werden, von oben einen Blick in die Landschaft zu werfen, um die imposante Riegersburg als Aussichtsplattform zu nutzen.

Nähere Details und Öffnungszeiten unter www.dieriegersburg.at

Fotos: V. + H.Holzinger, Riegersburg, Steiermark

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