Burg Forchtenstein – einstiges Bollwerk gegen Osten

Hoch oben, schon von Weitem sichtbar, thront die Burg Forchtenstein auf einem steilen Dolomitfelsen am Rande des Rosaliengebirges.

Um die Straße von Wiener Neustadt nach Ödenburg überwachen zu können, errichtete Graf von Mattersburg im 14. Jahrhundert einen Wohnturm, der durch Bollwerk verstärkt war.

Der letzte „Forchtensteiner“ verkaufte die Burg und nach mehreren Besitzwechseln übergaben die damaligen Letztbesitzer, die Habsburger, die Burg an das Geschlecht der Esterházy.
Schritt für Schritt wurde Forchtenstein um Kasematten, zusätzlichen Basteiengürtel, Zeughaus, Burgküche und Kapelle erweitert und es entstand eine Festung, die der einstigen Gefahr aus dem Osten Einhalt bieten sollte.

Forchtenstein fiel nie in die Hände des Feindes, ihr Ausbau profitierte jedoch durch die im 17. Jahrhundert stattfindende Kriege, da osmanische Gefangene zum Graben des 142 Meter tiefen Brunnens, der durch eine Tretmühle Wasser in einen Graben befördert, eingesetzt waren.

Waffen und Kriegsführungen ändern sich und das Bollwerk gegen den Osten erlitt das Schicksal vieler Burgen, die nicht mehr zeitgemäß ihre Bestimmung erfüllen konnten.
Einmal noch wurden im 18. Jahrhundert Dachstuhl und Innenräume erneuert und da Forchtenstein militärisch keine Bedeutung mehr hatte, wurde die Burg als Schatzkammer und vor allem Lagerstätte von altem Kriegsmaterial und zahlreicher Kuriositäten genutzt.

Teile der heute noch im Besitz der Familie Esterházy befindlichen Burg können mit oder ohne Führung besichtigt werden, das historische Kellergewölbe wird für Veranstaltungen genutzt und von dem neu errichteten Aussichtssteg gibt es eine wunderbare Fernsicht, die weit ins Land reicht.
Über die mächtige Burgbrücke, die den tiefen Burggraben überspannt, geht es in die Festung. Entlang des Kanonganges gelangt man zur Oberen Bastei und durch das von einem zwei Meter langen Krokodil bewachten Torhaus in den Innenhof. Der Blick fällt sofort auf das barocke Reiterstandbild, das Paul I. zeigt sowie auf die gut erhaltenen Wandmalereien.

Nun geht es in den ersten Stock, wo die Esterházy einen Teil ihrer Besitztümer unter dem Titel „Helden, Schätze, Beutestücke“ zur Schau stellen.

In den Sälen, die mit Gemälden gepflastert sind, finden Besucher und Besucherinnen zahlreiche Hingucker, wie einige der prächtigen Silbermöbel von Paul I., ein osmanisches Prunkzelt prunkvolle Truhen und Uhren oder auch einen Bacchus-Automat.

Im Zuge einer Führung öffnen sich für Besucher und Besucherinnen Bereiche, die sonst nicht zugänglich sind.
Bei der allgemeinen Führung geht es in das Zeughaus, das europaweit als eines der größten in Privatbesitz stehende gilt und in dem Waffen und Ausrüstung aus dem 16. bis ins 19. Jahrhundert gelagert werden.
Die Führung beinhaltet nicht nur die Besichtigung der historischen Küche der Bediensteten und des Brunnens, es kann auch ein Blick in die Kapelle geworfen werden, in der heute noch an Sonn- und Feiertagen die Messe gelesen und die auch gerne bei Hochzeiten und Taufen genutzt wird.

Für Kunstfans besonders empfehlenswert ist die Spezialführung durch die Kunstkammer der Burg, deren Schätze über Jahrhunderte hinter oft zugemauerten, nicht sichtbaren Türen, versteckt waren und die heutzutage in historischen Schränken präsentiert werden.

Burg Forchtenstein
Melinda Esterházy Platz 1, 7212 Forchtenstein

Öffnungszeiten sowie nähere Details unter www.esterhazy.at

Fotos: ©V. Holzinger

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