„Wiener Blut“ bei den Festspielen auf Schloss Tabor

Die Ohrwürmer von Johann Strauss sind unvergessen und seine Werke sind nach wie vor ein Publikumsmagnet.

Also warum nicht, so die Festspiele auf Schloss Tabor, an das vorige Strauss-Jahr anknüpfen und „Wiener Blut“, das mit zahlreichen Hörschmankerln aufwartet, den Besuchern und Besucherinnen präsentieren.

Die wunderbar leichten Melodien des großen Komponisten nehmen es nicht übel, dass die Handlung auf ein Kreuzfahrtschiff verlegt und die Texte der Lieder der Handlung angepasst wurden.

Graf Zedlau mutiert zum Kapitän, seine lange „verschollene“ Gattin Gabriele ist Influenzieren, der Kammerdiener Josef wird zum Chefsteward, das Gspusi „Franzi“ darf Künstlerin bleiben, Fürst von Ypsheim-Gindelbach wird Schiffseigentümer, Pepi ist u.a. Verkäuferin in einer Boutique und Kagler, der recht „erdig“ daherkommende Vater von Franzi, ist stolzer Besitzer von einarmigen Banditen.

Das Schiff „Wiener Blut“ nimmt seine Jungfernfahrt auf, Verwirrungen, Verwechslungen und Chaos brechen aus, es wird getanzt, neue Klänge werden eingefügt, das Ensemble spielt mit viel Engagement und Können und das Bühnenbild ist wirklich sehenswert.

Aber irgendwie bleibt das beschwingte „Wiener Lebensgefühl“, von dem ein Teil des Stücks lebt, im Verborgenem und ist nicht auffindbar. Auch fehlt bei der Aufführung die derzeit so beliebte Abwertung von Männern nicht. Wenn männlich, dann ab in die Wüste, oder im Stück, ab auf das Meer, egal ob „Frauenversteher“ oder sich bessernder „Hallodri“.

Festspiele auf Schloss Tabor
Wiener Blut
Operette nach Johann Strauss

bis 16. August 2026
Taborstraße 3, 8385 Neuhaus am Klausenbach

www.schlosstabor.at

Foto: ©V. Holzinger

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