Eine Haydn-Arbeit im Haydn-Haus in Eisenstadt

Eine Haydn-Arbeit im Haydn-Haus in Eisenstadt

Eine „Haydn-Arbeit“ hatten die Kuratorin Mag. Theresia Gabriel, der Kurator Dr. Gerhard Winkler und die für die Ausstellungsgrafik verantwortliche Heidi Vukovits im wahrsten Sinne des Wortes. Tausende Werke des damaligen „Popstars“ Joseph Haydn mussten gesichtet und für die Sonderausstellung „Eine Haydn-Arbeit – Prozesse rund um das Komponieren“ aufgearbeitet werden.

Joseph Haydn, der in der Musikwelt als Schöpfer des Streichquartettes gilt, lebte als Hofkomponist des Fürsten Esterházy, für die damalige Zeit sehr komfortabel und seinem Stande entsprechend, im jetzt neu gestalteten Haydn-Haus in Eisenstadt.

In einer Dauerausstellung wandelt man auf den Spuren Joseph Haydns und seiner Zeit. Im Klavierzimmer wird auf die Musik der damaligen Zeit eingegangen. Klaviersonaten, Klaviertrios und Klaviermusik für die höheren Damen wurden hier thematisiert und für die Besucher aufbereitet.

Bewundern kann man auch die ausgestellten Streichquartette op. 17 und op. 20, die in den Jahren 1771 bis 1772 hier entstanden. Die Vollendung dieser Gattung gelang Haydn im Jahre 1781 mit seinen „Russischen Quartetten“ op. 33.

Komponisten wie Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart griffen das Thema Streichquartett auf und huldigten musikalisch Joseph Haydn.

Haydn, dessen erster Dienstvertrag beim Fürsten Esterházy eine Exklusivitätsklausel enthielt, die er aber von Beginn an unterwanderte, befreite sich mit der Auftragskomposition „Die Schöpfung“ endgültig aus den höfischen Fesseln am Esterházyschen Fürstenhof. Diesem Oratorium und dem Werk „Die Jahreszeiten“ ist ein Raum gewidmet.

Nach der Sanierung und Neuorganisation des Haydn-Hauses sollen durch Sonderausstellungen neue Dynamik und neue Impulse in der „Haydn-Pflege“ entstehen.

Wie Kulturlandesrat Helmut Bieler so treffend meinte: „Das Haydn-Haus ist eine tragende Säule der Haydn-Pflege, die durch Sonderausstellungen jedes Jahr um neue, spannende Facetten bereichert wird.“

Die Sonderausstellung widmet sich unter anderem der Arbeit der Kopisten, die durch die Vervielfältigung des Notenmaterials erst den Musikbetrieb am Hofe und die Verbreitung des Stimmenmaterials in ganz Europa ermöglichten.

Die Abschrift der Schöpfung durch den Kopisten Johann Elßler, dem ein besonderes Naheverhältnis zu Haydn nachgesagt wird, ist ebenso ausgestellt wie ein Highlight der Ausstellung, der Entwurfskatalog Joseph Haydns, den Joseph Haydn von 1763 bis kurz vor seinem Tod führte.

Joseph Haydn ließ nicht nur im Erdgeschoss seines Wohnhauses Kopien seiner Werke anfertigen, er beschäftigte auch professionelle Kopieranstalten in Wien, um die Nachfrage nach seinen Notenwerken befriedigen zu können.

Um die Arbeitsprozesse der Vervielfältigung besser nachvollziehen zu können, wurde eine eigene Druckerwerkstätte eingerichtet. Notenstechwerkzeuge, Druckplatten, Korrekturabzüge und eine Notendruckpresse aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts sind genauso zu sehen, wie Korrekturabzüge und Bildcollagen fehlerhafter Drucke.

Der Verlagsgeschichte und der Verbreitung von Haydns Werken ist ein weiterer Teil der Sonderausstellung gewidmet. Anhand unterschiedlicher Ausgaben von Haydns Pariser Sinfonie wird dies anschaulich erklärt. Das Auftragswerk erschien zeitgleich bei sechs verschiedenen Verlagen. Da Tantiemen und das heutig gängige Copyright zu diesem Zeitpunkt unüblich waren, verkaufte der Komponist seine Notenwerke an einzelne Verlage und bekam dafür eine Ablösesumme. Ausgestellte Werbebriefe an potentielle Kunden die meist dem Hochadel angehörten, werden in der Ausstellung gezeigt. Auch von kleineren Wiener Verlagen sind Ausgaben zu sehen und in einem kurzen Abriss das damalige Verlagswesen dargestellt.

Eine sehenswerte Ausstellung, die das Werk Joseph Haydns und seiner Umwelt bestens dokumentiert.

Die Bilder zur Dauer- und zur Sonderausstellung finden Sie hier:

[contentbox headline=“Info…“ type=“normal“]
Audio-Guides
Deutsch, Englisch

Begleittexte
Deutsch, Englisch, Ungarisch und Japanisch

Themenführung (Dauer- & Sonderausstellung)
Für Besuchergruppen gegen Voranmeldung
Führungssprache: Deutsch, Englisch, Ungarisch

Kuratorenführung mit Mag. Theresia Gabriel
Sonntag, 13. Mai 2012, 16:00 Uhr
Sonntag, 9. September 2012, 16:00 Uhr, und gegen Voranmeldung

Kunst im Gespräch mit Dr. Otto Biba
Populärwissenschaftlicher Vortrag mit Dir. Prof. Dr. Otto Biba
(Archiv, Bibliothek u. Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien).
Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:00 Uhr

Kunst im Gespräch mit Dr. Armin Raab
Populärwissenschaftlicher Vortrag mit Dr. Armin Raab (Leiter des Haydninstituts Köln).
Mittwoch, 10. Oktober 2012, 19:00 Uhr

Kinder-Kulturprogramm
„Haydn in Tintenblau“
Eine kniffelige Rätselrally durch Haydns Leben und Musik
Mitmach-Führung zur Dauer- und Sonderausstellung | Alter: 6 – 12 Jahre

„Eine Haydn-Arbeit“ Gemalt und gedruckt – ein Bild in vielen Noten Kreativ-Workshop zur Sonderausstellung | Alter: 6 – 12 Jahre

Geburtstagsfeste
„Schoko Haydn“ – Haydn-Haus Eisenstadt buchbar 2. April – 23. Dezember 2012
Alter: bis 12 Jahre, dem Alter angepasst

„We will rock you“ Der Gesangsworkshop für künftige Bühnenprofis 23. August und 24. August 2012

Haydn-Kräutergarten
„Sinfonie der Küchenkräuter“ Eine duftende Komposition von bekannten und unbekannten Kräutern Donnerstag, 7. Juni 2012, 15:00 Uhr
Sonntag, 10. Juni 2012, 15:00 Uhr
Sonntag, 5. | 12. | 19. August 2012, 11:00 Uhr

 und gegen Voranmeldung zwischen 1. Mai – 30. September 2012 | Mitmach-Führung | Alter: 6 – 12 Jahre

URL: www.haydnhaus.at
[/contentbox]

You must be logged in to post a comment Login