„Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ – Internationale Ausstellung für starke Nerven

„Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ – Internationale Ausstellung für starke Nerven

Die Ausstellung „Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ hat in Deutschland über 100.000 Besucher angezogen und wird anlässlich des in Wien stattfindenden Kongresses der Europäischen Psychiatervereinigung von der Bürgerkommission für Menschenrechte gezeigt.
Die Tätigkeit der Psychiatrie war und ist bis zum heutigen Tag mit den verachtenswertesten und brutalsten Menschenrechtsverletzungen verbunden und nach wie vor werden Menschen auf Basis von Meinungen und nicht jedoch auf wissenschaftlicher Grundlage als geisteskrank abgestempelt.
Seit dem Beginn der Geschichte der Psychiatrie werden Menschen, die nicht mit politischen oder gesellschaftlichen Normen konform gehen, weggesperrt, verstümmelt, zwecks „Heilung“ mit Krankheiten infiziert oder mit gesundheitsschädigenden Drogen behandelt. Durch die Hilfe der Psychiatrie wurde der millionenfache Völkermord an Juden, Roma und Andersdenkende begünstigt und konnte erst durch sie stattfinden.
Erst im Jahre 2010 hat sich die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde öffentlich zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt und den Massenmord an circa 300.000 Psychiatriepatienten im Dritten Reich eingestanden.
Auch in der österreichischen Vergangenheit waren die Zustände katastrophal.
So wurden im Pavillon 15 auf der Baumgartner Höhe Kinder schlimmer als Tiere im Käfig gehalten oder als „unwertes Leben“ ermordet. Traurige Berühmtheit erlangte vor gar nicht langer Zeit die Aussage von Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, die einmal meinte, dass das „halt damals so Usus war“.
Auch der NS-Arzt und Kindermörder vom Spiegelgrund Heinrich Gross konnte dank seiner Seilschaften zur Politikprominenz als psychiatrischer Gutachter lange Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in seiner Tätigkeit weiter Menschenleben zerstören. Viel später fand der damalige Präsidialrichter Dr. Karlheinz Demel, abgestoßen von den Machenschaften eines Gross, als einziger zu der damaligen Zeit den Mut, Gross die Lizenz als Gutachter zu entziehen.
Aufmüpfige Kinder und Jugendliche wurden in der Klinik Hoff mit Elektroschocks behandelt und werden heute mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Das erklärte Therapieziel ist und war laut dem Zitat des österreichischen, nationalsozialistischen Pädiaters Franz Hamburger „der freudige Gehorsam des Kindes“.
In 14 Stationen zeigt die Ausstellung die heutigen Praktiken der Psychiatrie, geht auf erfundene Krankheiten ein und zeigt Behandlungsmethoden wie Psychodrogen und Elektro-Schocks auf.
Dokumentarfilme mit Interviews von Überlebenden der Psychiatrie sowie Interviews mit über 160 Experten aus den Bereichen Recht, Medizin und Psychiatrie ergänzen die Ausstellung.

Psychiatrie – Tod statt Hilfe
Von 23. März bis 1. April 2015
Montag bis Samstag von 10:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag von 13:00 bis 19:00 Uhr
Palais Palffy – Josefsplatz 6, 1010 Wien
freier Eintritt!

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