Zur Zeit läuft im Leopold Museum die Ausstellung „Herbert Boeckl/Hans Josephsohn. Archetypen des Figuralen“ die Werke des österreichischen Malers Herbert Boeckl und des in der Schweiz beheimaten Bildhauers Hans Josephsohn gegenübergestellt.
Obwohl beide Künstler sich nie begegneten, sie in verschiedenen Genres angesiedelt waren und ihr künstlerischer Werdegang nicht unterschiedlicher sein könnte, weisen ihre Werke fundamentale Parallelen auf.
Beide stellten in ihrem Schaffen den menschlichen Körper in den Mittelpunkt, ließen sich von Zeitströmen nicht beeinflussen, bedienten sich einer archaischen Formensprache, die durch eine radikale Verdichtung und Vereinfachung sich auf das Wesentliche des menschlichen Daseins konzentriert, um das ganzheitliche Erfassen eines Gegenübers wiederzugeben.
Ihre Inspiration suchten und fanden sie im näheren Bereich, beide waren gezeichnet von den Wirren der damaligen Kriege und bei beiden lösten sich bei ihren Werken die Konturen ihrer Darstellungen nach und nach auf und verflüchtigten sich.
So unterschiedlich wie ihr Zugang zur Kunst, so unterschiedlich auch ihr Lebenslauf. Herbert Boeckl konnte mit seinen Malereien bereits früh Fuß fassen, erhielt frühzeitig eigene Ausstellungen, wurde mit dem Großen Österreichischen Staatspreis geehrt und in einem Ehrengrab der Stadt Wien bestattet.
Hans Josephsohn war Zeit seines Lebens ein von Vertreibung Betroffener, der nach Irrwegen in der Schweiz ansässig wurde und nach einem langwierigen Einbürgerungsverfahren nach 26 Jahren die Staatsbürgerschaft erhielt. Erst 1956 konnte der 1920 geboren Bildhauer eine eigene Ausstellung seiner Skulpturen ausrichten und erst Anfang der 2000er-Jahre wurde ihm internationale Anerkennung zuteil.
Mit mehr als 80 Gemälden, Skulpturen und Arbeiten auf Papier wird in der dialogisch konzipierten Ausstellung ein spannungsgeladenes Gesamtbild erschaffen, das zu neuen Betrachtungsweisen einlädt und das das Ringen beider Künstler nach neuen Formen sichtbar macht.
Ergänzend zur Ausstellung wird ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache aufgelegt, weiters wird ein dichtes Kunstvermittlungs-Programm angeboten.
Herbert Boeckl/Hans Josephsohn.
Archetypen des Figuralen
bis 10. Jänner 2027
ÖFFNUNGSZEITEN:
Täglich außer Dienstag, 10–18 Uhr (Kassaschluss 17:30 Uhr)
sowie an Feiertagen geöffnet
Juli und August täglich geöffnet.
PORR NIGHT: Jeden ersten Donnerstag im Monat,
18–21 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet
Leopold Museum, Ebene -1
MuseumsQuartier Wien
Museumsplatz 1
1070 Wien
Foto: Ausstellungsansicht HERBERT BOECKL–HANS JOSEPHSOHN. Archetypen des Figuralen, ©Leopold Museum, Wien | Foto: Leni Deinhardstein
