Dinner in the Dark im Restaurant Vier Sinne

Wir nutzen unsere Sinne mehr oder weniger bewusst jeden Tag. Der frische Geruch nach einem Sommerregen, das wunderbare Blau eines blank geputzten Himmels, der feine Geschmack frischen Obstes, das sanfte Streicheln auf unserer Haut und die wunderbare Musik, die unsere Ohren verwöhnt.

Unsere Sinne führen uns durch den Alltag und erlauben uns Genussmomente, die das Leben so richtig lebenswert machen.

Wie sieht dies aber aus, wenn einer dieser Sinne einfach nicht vorhanden ist und wie wirkt sich dies auf unseren Alltag aus?

Für alle Interessierten, die nachempfinden wollen, wie Menschen ihren Alltag meistern, die blind oder stark sehbehindert sind, sollten sich auf das spezielle Erlebnis „Dinner in the Dark“ einlassen, um selbst einmal in das Reich absoluter Dunkelheit einzutauchen.

Wir haben die Möglichkeit genutzt und im Restaurant Vier Sinne ein „Dinner in the Dark“ gebucht. Gleich beim Eintritt gab es noch im Hellen zur Einstimmung einen kleinen Aperitif und auch ein Blick in die Getränkekarte konnte noch geworfen werden.
Dann wurde es dunkel und es ging mit den sehbehinderten oder blinden Guides in den Speisesaal, wo uns ein Plätzchen zugewiesen wurde.
Und ab da waren dann die vier restlichen Sinne voll im Einsatz.

Zuerst der Tastsinn, wo denn das nötige Besteck wäre und wie finde ich im Finstern zu meinem Glas und wie schenke ich die angebotenen Getränke ein.
Da das Menü im Vorhinein nicht bekanntgegeben wird, musste die Nase ihren Dienst antreten und auch der Geschmackssinne wurde voll aktiviert, immerhin wollten alle Anwesenden wissen, was da kredenzt wurde.
Nach dem Bestehen der ersten, leichteren Übungen, ging es dann ans „Eingemachte“. Gleich vorweg – niemand hatte zum Abschluss des Essens eine Gabel im Handrücken stecken, auch blieben alle Hände vor spitzen oder scharfen Messerklingen verschont. Und siehe da, alle schafften es, das Essen zu genießen und es ohne viele Hoppalas in den Mund zu befördern.
Nach dem Dinner gab es noch einen feinen Digestif und mit Musik klang der Abend aus.

Fazit: Das rollstuhlgerecht ausgestattete, klimatisierte Restaurant „Vier Sinne“ bietet Dinner oder Brunch zu verschiedensten Anlässen an. Gekocht wird laut Betreiber in einer beleuchteten Küche von sehendem Personal.
Blinde oder stark sehbehinderte Menschen führen die Gäste durch den Abend, der in absoluter Dunkelheit stattfindet.
Die Mitnahme von Handys, Kameras, andere Lichtquellen oder auch das Tragen von fluoreszierender Kleidung ist nicht gestattet, sollten Gäste die beleuchtete Toilette aufsuchen müssen oder ans Tageslicht wollen, helfen die anwesenden Guides jederzeit dabei.
Die kredenzten Speisen waren von sehr guter Qualität, auch die Quantität passte, nach vorheriger Bekanntgabe wird bei der Speisenfolge so weit wie möglich auf Gästewünsche eingegangen. Sehr zuvorkommendes, freundliches Personal, wer will, kann einen kleinen Besuch im Garten einlegen.
Für das rund vier Stunden dauernde klassische „Dinner in the Dark“, das vier Gänge inklusive Sektempfang, Getränkebegleitung und ein Rahmenprogramm beinhaltet, ist ein Betrag von 99 Euro (Stand 25. Juli 2026) vorgesehen.
Und hier noch ein Hinweis von den Betreibern:
Menschen, die unter Angstzuständen oder Klaustrophobie leiden oder leiden könnten, sowie Kindern unter 10 Jahren raten wir von einem Besuch dieser Veranstaltung dringend ab. Auch Tiere können zu einem DINNER IN THE DARK leider nicht mitgenommen werden (ausgenommen davon sind Blindenführhunde).

Für uns und unsere gesamte Gruppe war es ein Erlebnis, das wir alle nicht missen wollen und uns auch zum Nachdenken brachte – besten Dank an Sabine und Florian für die nette Begleitung durch den Abend – absolut empfehlenswert!

Dinner in the Dark
Dunkel-Restaurant VIER SINNE

Huttengasse 83, 1160 Wien

Nähere Details unter www.viersinne.at

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