Küchen/Möbel. Design und Geschichte im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien

Küchen/Möbel. Design und Geschichte im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien

Nach Ausstellungen über Kindermöbel, Sanitäreinrichtungen und das Wohnen in der Zwischenkriegszeit setzt das Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien seine Themenreihe mit Wissenswertem rund um die Küche fort.
Die Fähigkeit Feuer zu machen und Essen zu kochen gehört nicht nur zu den wichtigsten Errungenschaften, sie war eine Voraussetzung für die kulturelle Entwicklung der Menschheit.
Von der offenen Feuerstelle der Steinzeit über die Rauchkuchl bis zu den geschlossenen Herden des 19. Jahrhunderts, die erstmals Kochen in einer sauberen, rauchfreien Küche ermöglichten, spannt sich der Bogen.
Mit der sukzessiven Einleitung von Wasser, Gas und Strom in alle Wohnungen, nahm auch der Küchenstandard einen enormen Aufschwung. Architekten des deutschen Jugendstils und der Wiener Moderne wie Peter Behrens, Josef Hoffmann oder Karl Witzmann entdeckten das Thema Küche für sich und entwarfen bereits um 1900 Küchenmöbel, die einen neuen Standard setzten.

Rauchstube_Sallegger-Moar_1409_FLM_Stuebing_c_Freilichtmuseum-Stuebing

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Die Zwischenkriegszeit war geprägt von dem Wunsch, Konzepte für Zeit- und Platzersparnis zu entwickeln und Arbeitsabläufe zu optimieren. Sowohl die Designer-Avantgarde im „Roten Wien“, im „Neuen Frankfurt“ sowie am Bauhaus in Weimar und Dessau nutzte die kurze Aufbruchstimmung um sich mit der Standardisierung der Kücheneinrichtung auseinanderzusetzen. Zu den bekanntesten Entwürfen zählen die „Frankfurter Küche“ der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky, die Küchenschränke von Siegfried Erdö und von Bauhaus-Schüler Erich Dieckmann.
In den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden „amerikanische Küchen“ modern, die neben einem Kühlschrank moderne Küchengeräte einschlossen, den Koch oder die Köchin aber von den anderen Bewohnern isolierte.

Die-grosse-Hofkueche-in-der-Wiener-Hofburg-um-1905-©-Bundesmobilienverwaltung-Standort-Silberkammer-Hofburg-Wien

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In den darauffolgenden Jahren wurde nach Alternativen zur bürgerlichen Kücheneinrichtung gesucht und es entstanden unter anderem die Kochstation „Mal-Zeit“ für EWE, kreiert von Coop Himmelb(l)au oder die 2008 entworfene Küche b23 von EOOS, die von bulthaup hergestellt wurde.
Mit der mobilen, offenen Feuerstelle „Mobile Gastfreundschaft“ von chmara.rosinke aus dem Jahre 2011 schließt sich der Kreis zu der einfachen Feuerstelle in der Steinzeit.
Ab sofort wird die Küche wieder zu einem Ort, an dem nicht nur gekocht, sondern aus gegessen wird, wo die Familie oder Freunde gemütlich zusammenkommen um das Zusammensein zu genießen.
Ein Katalog wurde zur Ausstellung aufgelegt, jeden Samstag, Sonntag und Feiertag sollen um 15:30 Uhr Führungen stattfinden.

Küchen/Möbel. Design und Geschichte
bis 26. Juli 2015
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7, 1070 Wien
www.hofmobiliendepot.at

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