Porto – Eine Stadt erfindet sich neu

Porto – Eine Stadt erfindet sich neu

Fotos: ©V. & H. Holzinger          
Wie sehr Tourismus eine Stadt verändern kann, zeigt ein Besuch in Portugals zweitgrößter Stadt, in Porto. Viele Gebäude der historische Innenstadt vermitteln einen maroden Eindruck, nun spülen die zahlreichen Reisenden Geld in die kommunale Kassa, auch die Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt naschen kräftig an dem immer größer werdenden Kuchen mit. 

Zur Zeit gleicht Porto oft einem „Potemkinschen Dorf“. Die alten Häuser werden entkernt, oft stehen nur mehr die Fassaden und der Rest wird neu errichtet. Schritt für Schritt erhält die Innenstadt wieder ihr einstiges Gesicht und wahre Schmuckkästchen entstehen. 

Einer der Gründe des Touristen-Boom ist sicher der Douro, der gemächlich an Porto vorbeifließt, um dann in den tosenden Atlantik zu münden. Seit die Schifffahrt auf dem Douro boomt, seitdem hat sich auch das Touristenaufkommen in der Stadt vervielfacht.  

©V.&H.Holzinger, Portugal, Porto

Wer die Stadtbesichtigung in Ribeira, dem Hafenviertel beginnt, befindet sich schon mitten im Geschehen. Hier wurden bereits im Mittelalter die Waren von den Schiffen entladen, hier reihen sich Wohntürme aneinander, die vor langer Zeit von wohlhabenden Bewohnern und Bewohnerinnen erbaut wurden.
Am Cais de Ribeira reiht sich ein Café an das nächste, zahlreiche Restaurant warten auf hungrige Gäste, die auch nicht lange auf sich warten lassen.

Ein Stückchen am Fluss entlang und zur Rua do Infante, wo der einstige Machtkampf zwischen Kirche und Staat anschaulich in baulicher Form erkundet werden kann. Da prunkt das Innere der Igreja de Sao mit einer Komplettvergoldung, etwas weiter schuf das Bürgertum mit der Börse einen Palast, der noch heute durch seinen Prunk beeindruckt. 

Von hier fährt auch die legendäre Straßenbahn E1 weg, deren Streckenverlauf sich touristenfreundlich bis zum Meer schlängelt und der Atlantik mit Wasser wartet, das zwar relativ kalt ist, aber immerhin mit der blauen Flagge gekrönt sein soll.
Wenn ein Bad in den Fluten doch nicht so lockt, kann entspannt entlang der Küste ein Strandbummel absolviert oder einfach ein Sonnenbad genossen werden.

Jetzt wird es Zeit das 1996 zum UNESCO-Welterbe ernannte Stadtzentrum zu erkunden. Über schmale, steile Gässchen geht es zum „Geburtsort“ Portos, in den Stadtteil Sé. Dort thront die Kathedrale, die an eine Schutzburg erinnert, auch der mächtige Bischofspalast zeugt vom Einfluss der Kirche. 

©V.&H.Holzinger, Portugal, Porto

Vom Vorplatz der Kirche Sao Lourenco gibt es einen wunderbaren Ausblick, danach geht es wieder bergab, durch ein Viertel, in dem es einst nicht nur in der Nacht gefährlich werden konnte und das heute zu einem der schönsten, bereits sanierten Viertel Portos zählt. 

Oder man wendet sich dem Zentrum zu, in dem man mit Schritt auf eines der Highlights der Stadt stößt. Es sind die meisterhaft gestalteten Kacheln, die ganze Hausfassaden, Kirchen und auch den Bahnhof zu wahren Meisterwerken veredeln. Mit ihnen werden ganze Geschichten erzählt, mit den gezeigten Bildern kann tief in die Geschichte Portos eingetaucht werden.

Ein kleiner Geschichtsunterricht kann auch bei einem Bummel durch die Rua das Flores absolviert werden. Die Straße, die die Klöster Sao Bento und Sao Domingos einst verbinden sollte, strotzt nur so vor sehenswerten Bauten. Hier wohnten die Reichen und Schönen der Stadt, hier bewegt man sich auf den Spuren des Luxus vergangener Zeiten.  

©V.&H.Holzinger, Portugal, Porto

Prächtig geht es auch rund um das Rathaus zu. Hier finden sich neobarocke Großgebäude, in denen sich Versicherungen und Banken ein Stelldichein geben. Selbst ein Fastfood-Restaurant, das im ehemaligen Café Imperial residiert, kann es mit jedem architektonischen Schmuckstück aufnehmen.  

Wie Stadterneuerung funktionieren kann, wird anschaulich in der Praca das Cardosas gezeigt. Hier wurden die Häuser fachmännisch im alten Stil restauriert und heißbegehrter Wohnraum geschaffen. 

Harry Potter-Fans werden hundertprozentig in der Buchhandlung Lello, die im Universitätsviertel zu finden ist, vorbeischauen. Ganz in der Nähe erhebt sich der Torre dos Clérigos, den man erklimmen kann und von dem man einen wunderschönen Blick über die Stadt erhält.
Kunst-Fans werden die Außenfassade der Doppelkirche Igreja do Carmo bewundern, deren Inneres mit Gold prunkt.
Noch prächtiger präsentiert sich der Innenraum der Igreja dos Carmelitas, ironischerweise das Gotteshaus der Barfüßigen Karmeliter.

©V.&H.Holzinger, Portugal, Porto

Sie wollen die wunderschöne Silhouette so richtig bewundern? Dann sollten Sie das vis-a-vis liegende Vila Nova de Gaia besuchen, wo nicht nur namhafte Kellereien ihre Portweinlager haben, sondern sich auch die Altstadt von Porto vor den Augen ausbreitet. 

Der Weg dahin ist wirklich nicht zu verfehlen. Einfach über die kunstvoll gestaltete Ponte Maria Pia I, ein Meisterwerk von Eiffel, spaziert und schon kann Vila Nova de Gaia erkundet werden. 

Langsam den Berg hinab, danach ein Glas Portwein und die Kulisse von Porto bewundern. Zurück kann es dann mit der Gondelbahn Teleférico de Gaia gehen, die vom österreichischen Spezialisten Doppelmayr errichtet wurde und die von der Markthalle in Gaya auf den Jardin do Morro fährt.

Jetzt kann mit der U-Bahn oder natürlich mit einem Spaziergang wieder das Zentrum von Porto erreicht werden.

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