Linz – quirlige Stadt an der Donau

In den letzten Jahren hat sich Linz von einer eher grau wirkenden Provinzstadt zu einer quirligen Landeshauptstadt herausgeputzt, die so allerlei Highlights für ihre Gäste bereithält.

Wenn dich dann noch eine waschechte Linzerin unter ihre Fittiche nimmt, dann kommst du an Platzerl, die du so nie entdeckt hättest.

Da Linz an der Donau und damit an einem wichtigen Wasserweg liegt, ließen sich schon die Alten Römer hier nieder. Auch den bayrischen Herzögen gefielt es hier und ab dem 13. Jahrhundert wurde Linz zu einem wichtigen Vorposten des „Landes ob der Enns“. Für kurze Zeit mutierte Linz sogar zum Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches um dann in den Wirren der Reformation und Gegenreformation zu versinken.

Nach dem Bau der Pferdeeisenbahn nach Budweis ging es mit der Stadt steil bergauf, da die Donau als Wasserweg noch intensiver genutzt wurde. Dann kam der Zweite Weltkrieg und es wurden Pläne gewälzt, Linz ein „modernes Gesicht“ zu verpassen. Da es nie dazu kam, stolpert man bei einem Spaziergang über Objekte die Gotik, Spätgotik, Renaissance, Barock und sogar der Antike zuzuordnen sind.

Als „typische“ Touristen und um von der Stadt einen schnellen Überblick zu erhalten, fuhren wir mit der quietschgelben Bimmelbahn, die vom Hauptplatz abfährt und mit der du viele Sehenswürdigkeiten der Altstadt entdecken kannst.

Also zuckelten-ruckelten wir am Schloss vorbei, dann über die Donaubrücke, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenze zwischen der Russischen und Amerikanischen Zone bildete, machten einen Schlenker rund ums Ars Electronica-Center und um das Neue Rathaus, um dann, mit Blick auf Linz, wieder in die Altstadt zurückzukehren.

An der Landhauskirche, dem Landhaus und dem Landestheater vorbei, ein Stückerl die Promenade entlang, wo einst die Stadtmauer stand und sich heute ein Lokal an das andere reiht, bis zum Neuen Dom. Rund um ihn eine elegante Schleife gezogen und schon ging es entlang DER Einkaufsstraße von Linz, der Landstraße, vorbei an der Karmeliterkirche, dem Ursulinenhof, über den Taubenmarkt zum Alten Dom und zurück zum Hauptplatz.

Und da der Tag noch lange nicht vorbei war, setzten wir unsere Beine in Bewegung und erforschten zu Fuß Ort für Ort das vorher bequem gesichtete.

Natürlich durfte ein kleiner Side-Step zum direkt an der Donau errichteten Brucknerhaus und zum Lentos Kunstmuseum nicht fehlen, danach musste die Wirtschaft bei einer kleinen Shoppingtour angekurbelt werden und dann, ja dann trafen wir unsere Bekannte und landeten mit Freunden in einem Linzer Lokal, in dem wir die rauchenden Füße ausstreckten und unsere knurrenden Mägen füllten.

Schon war der zweite Tag unseres Aufenthaltes da und wollte genutzt werden. Ganz auf touristischen Pfaden wandelnd, strandelten wir entlang der Landstraße bis zum Hauptplatz, um von dort das Wahrzeichen der Stadt, den Pöstlingberg, zu erklimmen. Klingt jetzt ziemlich steil, ist es auch, aber nicht für uns, sondern für die 1898 erbaute Pöstlingbergbahn, die steilste zahnradlose Bahn der Welt, die den 573 Meter hohen Aussichtsberg erschließt.

Nach dem Besuch der weithin sichtbaren Wallfahrtskirche machten wir einen kleinen Rundgang, der uns an der 1906 errichteten Grottenbahn und den Wildgehegen vorbeiführte, um dann wieder beim Turm des Sperrforts zu landen, der die End- und Anfangsstelle der Pöstlingbergbahn ist.

Nach so viel Höhenluft war es Zeit ein Stück der Donau zu erkunden. Mit dem „Donaubus“ ging es von Linz nach Ottensheim, wo schon unsere Linzerin wartete, um mit uns Ottensheim und das gegenüberliegende Stift Wilherin zu erforschen und um uns dann wieder nach Linz zurückzubringen.

Am nächsten Tag ging es dann in die Botanik und das im wahrsten Sinne des Wortes. Unsere Bekannte hatte sich freigenommen und zeigte uns, wie grün IHR Linz ist. Es ging über den Froschberg zum Bauernbergpark, in dem sie als Kind immer rodelte, danach zum Botanische Garten und auf den Freinberg, einem stark genutzten Naherholungsgebiet. Von der Franz-Josef-Warte gibt es einen schönen Ausblick auf die Stadt an der Donau, wer den Rundweg weiter geht, bekommt die grüne Umgebung von Linz auf dem Präsentierteller serviert. Noch einen Blick auf die unter den Bäumen versteckte Stupa geworfen und durch das „Zaubertal“ auf den Kürnberg, um von dort die prächtige Aussicht zu genießen.

Wenn es das Wetter, so wie bei unserem Aufenthalt, besonders gut meint und das Badezeug mit von der Partie ist, dann kann der öffentliche Badestrand an der Donau gute Dienste leisten. Noch besser jedoch ist, einen der zahlreichen Seen, wie z.B. den Weikerl-, den Pichlinger- oder den Pleschingersee anzusteuern, um dort Abkühlung zu finden – was wir dann auch taten.

Tja, am nächsten Tag war unser viel zu kurze Linzbesuch zu Ende und da wir viele Geheimnisse der Stadt noch nicht kennengelernt haben, kommen wir garantiert wieder.

Fotos: ©V. + H. Holzinger

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