Tulpen, Käse und Grachten – Die Niederlande lassen grüßen

Tulpen, Käse und Grachten – Die Niederlande lassen grüßen

Neulich kam eine E-Mail in meinen Postkorb geflattert, dass der Keukenhof für heuer seine Saison eröffnet hat.

Blumenliebhaber und -liebhaberinnen wissen natürlich sofort, dass dieser wunderschön gestaltete Ziergarten in den Niederlanden liegt und stellvertretend für den Blumenzwiebel-Sektor im Allgemeinen und Tulpen im Speziellen steht.

Sollten Sie den Keukenhof besuchen wollen, dann kann ich Ihnen versichern, Sie befinden sich in guter Gesellschaft. So an die 1 Million Besucher und Besucherinnen aus über 100 Ländern machen sich Jahr für Jahr auf den Weg, um die blühenden Pflanzen zu bewundern und sich Inspiration für ihre eigenen Gärten zu holen.
Trotz dieser Menschenmassen ist aber alles gut organisiert, sogar mit dem Wohnmobil war es für uns kein Problem, einen Parkplatz zu ergattern.

Tulpen_Niederlande_©H.Holzinger

Und wenn man schon in der Gegend ist, liegt es nahe, sich etwas weiter umzusehen. Das mondäne Den Haag ist nicht weit, das besonders für Shopping-Fans zahlreiche Gusto-Stückerl bereithält.
Wer die Stadt nicht mit dem Womo anfahren will, begibt sich einen „Katzensprung“ weiter nach Delft, das ein absolut bezauberndes Städtchen ist. Hier regiert das weltberühmte Delfter Blau des Porzellans, hier kann man entlang wunderschöner Grachten flanieren, hier ist auch das „Vermeer Centrum Delft“, wo man alles über den weltbekannten Maler Johannes Vermeer erfährt.

Delft_Niederlande_©V.Holzinger

Für Wohnmobilisten bietet sich hier der „Delftse Hout“ Campingplatz an, der Vollversorgung garantiert und von dem man in circa 20 Minuten zu Fuß die Innenstadt von Delft erreicht oder mit dem Bus zum Bahnhof fahren kann, um den Zug nach Den Haag zu nehmen.

Noch näher als Den Haag liegt Leiden, die älteste und berühmteste Universitätsstadt der Niederlande, zum Keukenhof. Zum Besichtigen der Stadt fährt man einfach den Parkplatz „Stadsparkeerterrein Haagweg“ an, NOTIERT sich die angegebene Rufnummer, um den Bus für den Rückweg anrufen zu können und nimmt einen der Kleinbusse, die einen ruck-zuck in die Innenstadt befördern.
Wir machten eine kleine Grachtenrundfahrt, spazierten durch die Fußgängerzone, besuchten einige der Leidener „Hofjes“, diese schön gestalteten Innenhöfe und krabbelten auf den Burghügel, um die „Burcht“ zu besichtigen.

Tja, und dann wollten wir nicht zu Fuß, sondern per Bus, wieder zum Parkplatz gelangen. Leider hatten wir vergessen, die Rufnummer zu notieren. Ein sehr netter Zeitgenosse war uns dann behilflich. Er hatte nämlich die Nummer in seinem Handy gespeichert und organisierte die Rückfahrt für uns.

Hier noch ein kleiner Tipp für all jene, die in der Nähe zum Keukenhof ein Nachtquartier brauchen. Hier bietet sich der Camperplaats „Het Groene Hart“ der Familie Roubos in Abbenes an. Von ihm kann man mit dem Fahrrad nicht nur Leiden erreichen, auch eine Route zum Keukenhof gibt es.

Gouda_Niederlande_©V.Holzinger

Sie sind in den Niederlanden und wollen endlich mehr über ein weiteres Wahrzeichen des Landes, nämlich Käse, erfahren. Da bietet sich doch das alte Städtchen Gouda an, das mit einem schönen Stadtbild aufwartet. Wer den einmal wöchentlich stattfindenden Käsemarkt besuchen und mit seinem Womo am Stellplatz „Parkplatz Klein Amerika“ residieren will, sollte rechtzeitig anreisen, da die Plätze heiß begehrt und schnell belegt sind.
Aber Gouda hat mehr als die von Touristen gestürmte Veranstaltung des Käsehandels zu bieten. Einfach durch die sehenswerte Altstadt bummeln, die berühmten Glasmalereien in der St. Jan Kirche bewundern und mehr über Käse und Stadt in der Ausstellung in der Waage erfahren.

Gouda_Niederlande_©H.Holzinger

Jetzt haben wir Tulpen und Käse, was uns jedoch noch immer fehlt, sind die für Holland so typischen Windmühlen. Man sieht sie zwar im ganzen Land, am schönsten sind sie unserer Meinung nach jedoch noch immer in Kinderdijk.

Die im 18. Jahrhundert zur Entwässerung der Polder erbauten Mühlen wurden 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und werden, so wie der Keukenhof, von Touristen gestürmt.
Um dem ganzen Wirbel zu entgehen und erst gar nicht einen Parkplatz suchen zu müssen, steuerten wir den Stellplatz Alblasserdam „Jachthafen“ an, der zwar keinen Schönheitswettbewerb erzielen wird, aber zahlreiche Vorteile bietet.

Dordrecht_Niederlande_©H.Holzinger

Wer Fahrräder mithat, nimmt die „Fietsroute“ nach Kinderdijk und macht dann noch eine kleine Runde durch die Polderlandschaft, um zu guter Letzt wieder am Stellplatz zu landen. Oder er oder sie fährt in die andere Richtung und landet in der ältesten Stadt Hollands, in Dordrecht.
Soll das Rad in der Garage bleiben, auch kein Problem. Nicht weit vom Stellplatz gibt es die Station des Waterbus, der dich schwuppdiwupp nach Kinderdijk oder Dordrecht oder aber auch nach Rotterdam bringt.

Wer jetzt meint, etwas mehr Natur könnte nicht schaden, besucht den im Südosten von Dordrecht gelegenen, über 6.000 Hektar großen Nationalpark Biesbosch. In dem 1421 nach einem Deichbruch entstandenen Überschwemmungsgebiet fühlt man sich fast wie in den Everglades, nur die Krokodile fehlen.

Biesbosch_Niederlande_©V.Holzinger

Sie haben noch Lust auf ein nettes, altes Städtchen? Na dann fahren Sie in die ehemalige Festungsstadt Gorinchem, machen einen kleinen Bummel über die „Langendijk“ und bestaunen den schiefen Turm, nein, nicht den von Pisa, sondern den der Grote Kerk in Gorinchem.

Jetzt aber endlich ans Meer? Also von Gorinchem wieder Richtung Rotterdam, über den Haringvlietdam, danach durch reizende Küstenlandschaft zum Noordzeestrand. Hier findet sich sicher ein Plätzchen, wo man Meeresluft schnuppern kann und ganz dicht ans Wasser kommt.

Deltawerk_Niederlande_©H. Holzinger

Weiter geht es jetzt über den Brouwersdam, diesem Meisterwerk der Technik und schon landet man in Renesse, das für uns wegen seines spätmittelalterlichen Slot Moermond interessant war.
Rund um Renesse gibt es zahlreiche Strände, in Zierikzee lockt wieder ein nettes Ortsbild und die Zeelandbrug wird Technikbegeisterte faszinieren.

Zierikzee_Niederlande_©V.Holzinger

Sie können natürlich auch die Straße über den Oosterscheldekering nehmen, um einer der ältesten Städte der Niederlande, Middelburg, einen Besuch abzustatten.

Absolut sehenswert und daher touristisch voll erschlossen, bietet das Hafenstädtchen Veere eine wunderbare Gelegenheit sich die Füße zu vertreten und die schönen Häuser zu bewundern.

Veere_Niederlande_©H. Holzinger

Nicht versäumen sollte man auch Goes, das mit einem malerischen historischen Stadthafen und einer schönen Altstadt punktet.

Naturliebhaber und -liebhaberinnen kommen nicht nur bei den schönen Stränden auf ihre Rechnung, sie finden hier eine Polderlandschaft vor, die so typisch für die Niederlande ist.

Jetzt wird es aber wieder Zeit für diese kleinen Städtchen, die so viel Charme ausstrahlen. Einen kleinen Bummel durch die Altstadt des verschlafen wirkenden Bergen op Zoom und dann weiter nach Breda, wo man unbedingt die Grote Kerk besichtigen sollte. Sollten Sie noch etwas Muse haben, machen sie einen kleinen Spaziergang zum Valkenbergpark, schauen beim Schloss vorbei und gönnen Sie sich einen Kaffee am Grote Markt.

Breda_Niederlande_©H.Holzinger

Nicht versäumen sollte man die Hauptstadt von Brabant, S-Hertogenbosch. Nehmen Sie sich Zeit dafür, machen Sie eine kleine Bootsrundfahrt, suchen Sie die St. Johannes Kathedrale und schauen Sie beim Jheronimus Bosch Art Center vorbei.
Fast beim Zentrum liegt das Naturgebiet Het Bossche Broek, von dem man einen schönen Blick auf die Skyline der Stadt hat.
Sollte Hunger und Durst sich anmelden, dann geht es in die Karte Putstraat, wo Restaurant an Restaurant wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt liegen.

Bevor wir das Gebiet der Maas und Limburg besuchen, machen wir jetzt einmal Halt und lassen die gewonnenen Eindrücke nachwirken.

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