Rund um den Wolfgangsee

Rund um den Wolfgangsee

Fotos: ©V. & H. Holzinger
Mitte September war es endlich soweit – wir machten kurzerhand eine Woche so richtig „blau“. Damit dieses Blau noch intensiver ausfiel, suchten wir ein wunderschönes Fleckerl in Österreich aus, das von einem See gekrönt wird, den sich gleich zwei Bundesländer teilen.

Idyllisch eingebettet von der umliegenden Bergwelt, liegt der Wolfgangsee. Falkenstein, Schafberg, Zwölferhorn und die Postalm spiegeln sich im glasklaren Wasser, ein kleines Paradies im Salzkammergut, das ein Stückerl Salzburg und ein Stückerl Oberösterreich trennt und doch trefflich vereint.

So an die elf Kilometer ist er lang der Wolfgangsee. Im oberösterreichischen Teil liegt St. Wolfgang, ein uralter Wallfahrtsort.
Noch heute pilgern zahlreiche Gläubige über den historischen Wallfahrtsweg über den Falkenstein, um vor dem berühmten Altar aus der Gotik, den einst Michael Pacher schnitzte, zu beten. 

Rustikal-vornehm gibt sich St. Wolfgang. Die engen Gässchen mit den uralten Häusern münden beim See und welcher kleine Ort und welches Hotel kann sich schon rühmen, in einer eigenen Operette verewigt zu sein. 

Wer hoch hinauf will, der oder die ist in St. Wolfgang richtig. Rund eine Stunde dauert die Fahrt mit der seit 1893 in Betrieb befindlichen Schafbergbahn. Langsam und stetig schnauft die uralte Zahnradbahn hinauf auf den über 1.700 Meter hohen Schafberg, ein Wanderparadies, das mit einem wunderbaren Panorama aufwartet.

Noch bis heute geht es nostalgisch im vis-a-vis von St Wolfgang liegendem Strobl zu, das leicht mit der Wolfgangsee-Schifffahrt erreicht werden kann. 

Trotz vieler Neubauten, hat sich der Ort den Charme der Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert erhalten. Bad Ischl, die einstige Kaiserresidenz, liegt nahe, viele Adelige und das Großbürgertum suchten die Nähe zur Kaiserlichen Familie und wählten Strobl zu ihrem Refugium.
Aus dieser Zeit stammen die prächtigen Jugendstil-Villen und die Landhäuser, die die Jahre optisch ohne Blessuren überstanden haben.

Von Strobl aus erreicht man die Postalm, die größte Alm Österreichs und ein Wandergebiet, das alle Stückerl spielt.

Wer in Strobl jetzt wieder das Schiff besteigt und Richtung Nordufer fährt, kommt bald nach St. Gilgen. Trubelig geht es da zu. Die Mischung aus Nostalgie und mondänem Flair bildet eindeutig einen Magnet für Gäste aus dem In- und Ausland. 

In St. Gilgen wird einem so recht bewusst, dass Salzburg nur rund 30 km weiter ist. Die Mozart-Gedenkstätte erinnert daran, dass hier Wolfgang Amadeus Mozarts Mutter geboren wurde und auch seine heiß geliebte Schwester Nannerl lange Zeit hier wohnte. 

Ein kleines Stück außerhalb vom Ortszentrum von St. Gilgen liegt das Europakloster Gut Aich, das besonders Kräuterliebhaber und -liebhaberinnen anziehen wird 

Auch in St. Gilgen kann man sich in luftige Höhen begeben. Mit der Seilbahn, die jetzt wieder im Oktober 2020 eröffnet werden soll, geht es auf das 1.522 Meter hohe Zwölferhorn. In der wärmeren Jahreszeit tummeln sich hier Wanderer und Wanderinnen, im Winter locken etliche Pisten zum Schifahren.  

Weil wir schon beim Winter sind. Der Wolfgangsee-Advent ist seit Jahren ein Fixpunkt im jährlichen Kalender, der mit viel Brauchtum auf die Weihnachtszeit einstimmt.

Aber bis dahin ist es ja noch weit. Wir wollten den See, samt der Infrastruktur, die für Wassersportler geboten wird und auch die zahlreichen Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren genießen.

Schwimmen, Segeln, Stand-up-paddeln, Kanu fahren oder auch Wasserski – alles da, alles möglich. Die Wanderschuhe ließen wir diesmal unangetastet, denn wir wollten unbedingt die Gegend mit unseren Drahteseln erkunden und gleichzeitig das neue Programm „Bike the Lake – Radgenuss am Wolfgangsee“ testen. 

Dreizehn gut ausgeschilderte Rundkurse stehen zur Auswahl, die per Rad erstrampelt werden wollen. So richtig bequem geht es nur bei der Tour rund um den See, die eine kleine Schifffahrt beinhaltet und dem Ausflug nach Bad Ischl dahin. Bei den anderen Touren kann es schon vorkommen, dass so zwischen 600 und 1.900 Höhenmeter zwischen dem Ausgangspunkt und dem Ziel erradelt werden müssen. 
Ziemlich anstrengend zeitweise, dafür wird man aber mit landschaftlichen Höhepunkten belohnt, die das schweißtreibende Treten vergessen lassen. 

Anscheinend wollten nicht nur wir, sondern eine Menge Touristen und Touristinnen den See und die Umgebung per Rad kennenlernen. Sollte ich je behaupten, wir wären irgendwo allein unterwegs gewesen, wäre das sicher nicht die Wahrheit. Selbst die Einheimischen meinten, dass noch nie so viele Gäste den Sommer und Herbst nutzten, um fest in die Pedale zu treten. Aber wie schon am Anfang erwähnt – es ist und bleibt eben ein wunderschönes Fleckerl, die Gegend rund um den Wolfgangsee. 

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