Spazieren im Westen von Wien

Der 14. Bezirk zählt zum größten Teil zu den „grünen“ Bezirken der Stadt. Wie schnell sich das ändern könnte und wie engagierte Bürger und Bürgerinnen dies verhindern können, davon zeugt die Geschichte der Steinhofgründe.

Da waren doch diese riesigen, unbebauten Flächen, die sich wunderbar für die Errichtung von Luxusimmobilien geeignet hätten und dazu auch noch das große Otto-Wagner-Areal mit den wunderbar architektonisch gestalteten Pavillons, die zum Teil zum Abriss freigeben werden sollten, um dann rund 600 Wohnungen Platz zu machen.

Schnee von gestern. Die Verbauung der Naturflächen wurde nach einer 1981 abgehaltenen Volksbefragung abgesagt und seitdem steht dieses Naturjuwel der Allgemeinheit zur Verfügung. 

Weite Wiesen laden zum Relaxen, ein großer Kinderspielplatz lässt keine Wünsche offen, wenn nicht zu viele Menschen unterwegs sind, kann schon das eine oder andere Reh beobachtet werden.  

Die Steinhofgründe bieten genügend Platz zum Spazieren, Läufer und Läuferinnen drehen ihre Runden, im Herbst weht der richtige Wind, um Drachen in die Lüfte erheben zu lassen. Sollte genügend Schnee sein, gibt es eine große Wiese zum Rodeln und in den letzten schneereicheren Wintern wurden auch Langlaufloipen gespurt.

Steinhofgründe, ©V. Holzinger

Wer die Steinhofgründe besucht, wird mit einer traumhaften Aussicht belohnt, bei der nicht nur die Stadt zu Füßen liegt, sondern auch der Blick weit bis ins Niederösterreichische schweifen kann.

Der Blick geht auch hinüber zur Kirche am Steinhof, die von Otto Wagner entworfen wurde und die mit ihrer vergoldeten Kuppel die Blicke schon von weiten anzieht.

Dieses Jugendstil-Juwel liegt inmitten der Pavillons, die ebenfalls im Jugendstil errichtet wurden und die zum Teil der Spitzhacke weichen sollten.

2006 stellte sich eine Bürgerinitiative auf die Füße und konnte dies nicht ganz, aber doch zu einem Teil verhindern. Statt der geplanten 600 Wohnungen sollen es jetzt rund 180, die Pavillons sollen in Zukunft u.a. für einen Uni-Campus genutzt werden.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und die Steinhofgründe samt Otto-Wagner-Areal erkunden will, der oder die hat verschiedene Möglichkeiten.

Entweder mit dem Bus 46A, 46B oder 52B zur Feuerwache Steinhof und dann über die Steinhofgründe hinunter zum Otto-Wagner-Areal. Umgekehrt geht es natürlich auch. Die Busse 48A oder 47A fahren bis zur Baumgartner Höhe und wer dort aussteigt, wandert immer bergauf bis zur Feuerwache Steinhof.

Zu wenig die Füße bewegt? Wer mehr gehen will, nimmt einfach die Straßenbahnlinie 49, steigt bei der Waidhausenstraße aus, geht diese ein kleines Stück bergauf und schon gibt es da den Eingang zum zweitgrößten Friedhof Wiens, dem Baumgartner Friedhof. In ihm geht es ganz ruhig, ohne Verkehrslärm immer bergauf, um dann ganz oben am Flötzersteig das Ausgangstor zu erreichen. Beim Bergaufgehen sollte hin und wieder angehalten und das sich bietende Panorama in Ruhe genossen werden. 

©V. Holzinger, Otto Wagner Kirche vom Flötzersteig aus

Den Flötzersteig überquert und schon geht es, immer die Steinhof-Kirche im Blickfeld, bergauf. Quer durch das Otto-Wagner-Areal zur Kirche, dann weiter, durch eine kleine Waldung und schon sind die Steinhofgründe erreicht, die bergauf erwandert werden wollen.

Wer will fährt jetzt mit dem Bus wieder Richtung Stadt oder stapft einfach weiter und nach kurzer Zeit kommt die Jubiläumswarte ins Blickfeld, die zur Zeit jedoch gesperrt ist.

Bei der Jubiläumswarte trifft man auf den Stadtwanderweg Nr. 4, der sich gut eignet, bergab zu wandern, um wieder zur Straßenbahnlinie 49 zu kommen.

Also zur Kreuzeichen- und danach Steinbruchwiese, entlang der Loiblstraße und dem Kleibersteig ins Rosental und hinein in den Dehnepark. In dem rund 5 Hektar großen Park wartet nicht nur eine Ruinenvilla, es gibt auch einen Waldspielplatz, einen netten Teich und die Möglichkeit noch einmal zu rasten bevor ein kleines Stück bergab die Station Rettichgasse der Linie 49 erreicht ist.

Kleiner, aber wichtiger Hinweis: Das Rad sollte zu Hause bleiben, da die Steinhofgründe und der Dehnepark nicht befahren werden dürfen. Auch Flocki sollte nicht mitkommen, da er nicht in die Steinhofgründe hineindarf.

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