Retz – Auf der Spur von Genuss, Kultur & Natur

„In Retz wart Ihr? Das Glaserl Wein hättet Ihr aber auch wo anders trinken können.“ Stimmt ohne Einschränkungen, aber wer Retz nur mit Wein verbindet, hat so einiges versäumt.

Wein spielt natürlich in Retz, das ja im niederösterreichischen Weinviertel liegt, ein besonders große Rolle und nicht umsonst schmückt sich die Stadt mit dem Beiwort „Weinstadt“.

Aber bei einem kleinen Spaziergang entdeckt man bald, wieviel kleine Winkel noch an das Mittelalter erinnern. Da gibt es noch Mauern, die einst als Befestigung dienten, auch zwei Stadttore sind noch zur Gänze erhalten.

Mitten am Marktplatz drohnt die Pestsäule, dreht man sich um, sticht das alte Rathaus mit seinen gotischen Teilen und Turm ins Auge. Viele historische Häuser haben bis heute standgehalten und erzählen von vergangenen Tagen. So auch das wunderschön hergerichtete Sgraffitohaus aus dem Jahre 1576 und das Verderberhaus, die beide eine Augenweide sind.

Bei dem Dominikanerkloster finden sich noch Teil des gotischen Baus, wer einen Blick in die zugehörige Kirche wirft, kann die barocke Einrichtung bewundern.

Einen Blick in die Vergangenheit gewährt auch der Althof, der zu der ersten Burganlage zählt und der im 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Ein paar Schritte außerhalb der Stadtmauern findet man in der Pfarrkirche des Heiligen Stephan nicht nur eine barocke Einrichtung, sie enthält auch ein Hochaltarbild, das von Leopold Kupelwieser erschaffen wurde.

Wahrzeichen und allseits bekannt ist jedoch die Windmühle, die von großem kulturhistorischen Wert ist und nach längerem Stillstand jetzt wieder ihre Dienste verrichtet.

Aber nicht nur durch die Stadt und zur Windmühle kann gestrandelt werden. Kulturinteressierte finden genügend Möglichkeiten, ihr Wissen zu erweitern.

So kann die Windmühle besichtigt werden, auch das Museum Retz, das sich im historischen Bürgerspital befindet und mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet wurde, freut sich auf Besucher und Besucherinnen. 

Retzer Erlebniskeller, © Ch. Holzinger

Fahrrad-Fans und solche die es noch werden wollen, sollten unbedingt in dem 1998 gegründeten Fahrradmuseum Retz vorbeischauen. Hier findet sich von historischen Fahrrädern bis zu einem dampfgetriebenen Dreirad oder Fahrradwerbeplakaten so allerlei, was die Herzen von Fahrrad-Fans höher schlagen lässt.

Wenn Sie jetzt doch etwas ins Schwitzen gekommen sind, dann können sie sicher etwas Abkühlung gebrauchen. Die gibt es im historischen Kellersystem, das unter der Stadt auf Entdeckung harrt. Bei einer Führung kann das Labyrinth aus Röhren und Stollen erkundet und dabei auch hier ein Blick in die Vergangenheit geworfen werden.

Auf Frischluft-Fans, die gerne ihre Wanderschuhe bewegen wollen, warten Wanderrouten, die vom Spaziergang bis zum Weitwanderweg so einige Kilometer bereithalten.

Wer nicht auf Schusters Rappen, sondern auf das Fahrrad setzt, kann sich so richtig austoben. Auch hier ist die Auswahl an Routen enorm groß und es kann zwischen kürzeren „Weinrouten“ und Tages-Etappen gewählt werden.

Nett auch eine Fahrt mit dem „Reblaus Express“, der neben einer Nostalgiefahrt auch die Verbindung zu Natur, Kultur und Genuss offeriert.

Und da wir uns direkt im Weinviertel und damit im Gebiet von ausgezeichneten Weinen befinden, darf natürlich ein guter Tropfen nicht fehlen – aber das ist jetzt wirklich eine andere Geschichte.

Fotos: ©Ch. Holzinger

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