MPIKG präsentiert Studie zu klebstofffreien Platten aus Baumrinde

Spanplatten, die aus Rinde unter Zugabe von Klebestoffen auf Formaldehydbasis oder Harzen gefertigt werden, sind im Innenausbau in der Möbel- und Bauindustrie gang und gäbe.

Seit Jahren wird bereits an der Herstellung von Rindenplatten getüftelt, die ohne Zusatz von Klebstoffen ein standardisiertes Produkt ergeben, das auch eine lange Nutzung ermöglicht.

Forscher und Forscherinnen vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, kurz MPIKG, nahmen sich mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (Fachgebiet Forstnutzung und Holzmarkt) und ETH Zürich (Wood Materials Science) 

des Problems an und schufen, so die eigenen Angaben, durch Schälen und Trocknung über Heißpressung Rindenplatten, die durch industrielle Herstellung beispielsweise im Innenausbau oder im Möbel- und Verpackungsbereich Anwendung finden könnten.

Die als Abfallprodukt der Holzwirtschaft gewonnene Baumrinde von Kiefer, Lärche, Birke und Eiche wurde in dem vom Institut durchgeführten Versuch auf der Innenseite mit einer hydraulischen Presse bei 90 Grad Celsius gepresst.
Herausgekommen sind Rindenplatten mit einer glatten Oberfläche, die mit einer geschliffenen Holzoberfläche vergleichbar sein und die dank ihrer mechanischen Eigenschaften denen eines Regalbretts gleichen sollen.

Laut Dr. Charlett Wenig, Erstautorin der Studie, könnte mit dieser Verarbeitungsweise die natürliche Ressource Baumrinde ohne hohen Energieaufwand und ohne Zugabe von künstlichen Bindemitteln weiterverarbeitet werden.
„Ein großer Vorteil von ‚reinen‘ Einkomponentenprodukten ist, dass keine Trennung der Komponenten nach ihrer Nutzung erforderlich ist,“ sagt, Dr. Charlett Wenig. Sie ergänzt: „Selbst wenn die Struktur des Rohstoffs verändert wird, bleiben die Grundbausteine gleich und können daher weiterhin problemlos für die Weiterverarbeitung, z. B. zur Gewinnung von Chemikalien oder Fasern, oder als Brennstoff für die Energieerzeugung verwendet werden.“

Ein hochinteressanter Ansatz, der im Möbel- und Innenausbau neue Möglichkeiten eröffnet und mit dem die Umwelt geschont wird.

www.mpikg.mpg.de/plant-material-adaptation 

Foto: schematische Darstellung der Vermessung; fertig gepresste Rinderplatten;

Bildrechte: ©cc-by 4.0 PLOS ONE

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