„Moin, Moin“ in der Wikingerstadt Schleswig

Wer über Wikinger spricht, denkt zuerst an Norwegen, Grönland, Schweden oder Dänemark. Nicht unbedingt falsch – aber wussten Sie, dass sich vor tausend Jahren eine der wichtigsten Wikinger-Siedlungen Nordeuropas in Deutschland befand?

Diese Siedlung lag in Schleswig-Holstein, am Ende des Ostseefjords Schlei, genau dort, wo heute die alte Kulturstadt Schleswig zu finden ist.
Noch heute pilgern Fans nach Schleswig, um im Museum Haithabu in die Zeit der Nordmänner und -frauen einzutauchen.

Schleswig_©-V.Holzinger
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Bereits im Jahre 840 wurde Schleswig urkundlich erwähnt und galt im 16. und 17. Jahrhundert als „Kultur-Hauptstadt“ der Region. Nicht nur die Wikinger hinterließen Spuren, auch im Mittelalter wurden prächtige Bauten errichtet, die noch heute Besucher und Besucherinnen anziehen.

Der prächtig-mächtige St. Petri Dom beherrscht mit seinem 112 Meter hohen Westturm das Altstadtbild. Nicht nur Gläubige sollten die Kirche aufsuchen. Im Inneren beherbergt der Dom einen Altar-Schatz, den Brüggemann-Altar, der mit seinen fast vierhundert aus Eiche geschnitzten Figuren begeistert. Wunderschön gearbeitet auch die Bronzetaufe und das Chorgestühl.

Schleswig_©-V.Holzinger
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Gleich neben dem Dom findet man den Bischofshof, der zu einem repräsentativen Stadtpalais erweitert wurde. Ein kleiner Rundweg führt zur Alten Hofapotheke bis zum Rathaus und dem Graukloster, wo einst ein dänischer Königshof stand. Rund um den Rathausmarkt findet man schöne Bürgerhäuser, die die Herzen höher schlagen lassen. Wer nähere Information über die Stadt will, sollte im Plessenhof vorbeischauen, denn dort ist die Touristeninformation untergebracht, die mit Rat und Tat zur Seite steht.

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Am Stadthafen vorbei schlendert man Richtung Holm. Die romantische Siedlung wurde vorbildlich renoviert und ermöglicht von den Seitengässchen nicht nur Einblicke in das Leben der noch immer hier angesiedelten Fischer, sondern auch schöne Blicke auf das gegenüberliegende Ufer.

Am Friedhof mit seinen alten Grabsteinen und der kleinen Kirche vorbei schlendernd, erreicht man nach einiger Zeit das St. Johannis-Kloster, die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage von Schleswig-Holstein. Die über achthundert Jahre alte Anlage wird heute noch gerne für Trauungen genutzt. Bei unserem Besuch waren gleich zwei Hochzeitsgesellschaften anwesend und wir konnten nur ganz, ganz schnell, zwischen den Trauungen, einen Blick in die Klosterkirche und in den Remter werfen, wo sich die berühmte, dreihundert Jahre alte Bellmann-Orgel befindet.
Zum Rasten bietet sich der Klostergarten an, in dem ein kleiner Kräutergarten zum Schnuppern einlädt.

Schleswig_©-V.Holzinger
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In gegengesetzter Richtung vom Holm stößt man auf die modern gestaltete Fußgängerzone, die zwar keine baulichen Highlights bereithält, die aber zum Shoppen einlädt.

Ein Spaziergang führt zur Schloss-Insel, auf der das Schloss Gottorf thront. Zum Frischlufttanken lädt der wunderschön gestaltete Barockgarten ein, der rekonstruierte Gottorfer Globus lässt die Menschen staunen.

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Wer nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung „Natur pur“ erleben will, kann auf ausgeschilderten Wegen die Region Ostseefjord Schlei erlebnisreich erwandern oder erradeln. Etwas Abgehärtetere finden an der Schlei, mitten in Schleswig, das Luisen- und das Marienbad, die zum Schwimmen und Pritscheln einladen. Wasserbegeisterte können auch die Schifffahrt auf der Schlei nutzen und sich bis nach Kappeln und zurück schippern lassen. Skipper finden hier ein reiches Betätigungsfeld und auch die passende Infrastruktur.

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Und herrscht einmal so richtiges „Schietwetter“ mit Sturm und Regen, sollte das auch kein Problem sein. Im Schloss Gottorf gibt es das Archäologische Landesmuseum sowie das Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte. Nett auch das Stadtmuseum mit Teddy Bär Haus oder das Holm-Museum. Wenn das Wetter dann noch immer nicht so mitspielt, warten das Museum für Outsiderkunst oder das Ostdeutsche Heimatmuseum auf Interessierte.

www.ostseefjordschlei.de